Sauberkeit in der Recherche

Zunehmend agieren Autoren von faleristischen Themen, vor allem im Internet, denen offensichtlich mehr an der Befriedigung ihres Egos gelegen ist, als an der Vermittlung von abgesicherten Rechercheergebnissen. Insbesondere Fußnoten bzw. Quellennachweise gelten in diesen Kreisen offensichtlich als verzichtbares Beiwerk. Manche Autoren verwenden auch gerne Quellenangaben, die einer Überprüfung nicht standhalten. Hier so ein Zufallsfund.
Dietrich Maerz: Das Deutsche Kreuz, USA 2009, Seite 395, zeigt ein Repro-Bild mit dem Deutschen Kreuz in Gold und in Silber. Erläuternd heißt es: Die Bilder zeigen die beiden Ausführungen, wie sie in der Herstellungsvorschrift des Innenministeriums I A1-11965A, vom August 1957, dargestellt wurden. Tatsache ist, die Herstellungsvorschriften des Bundesinnenministers für Dekorationen in der 1957er-Ausführung enthielten keine Abbildungen.
Soweit bisher bekannt, traten diese Muster bildlich und öffentlich erstmals durch die Veröffentlichung einer Beilage zum Bundesanzeiger Nr. 41, vom 28. Februar 1958, in Erscheinung. Auf 19 Seiten sind, soweit zum Tragen wieder zugelassen, alle Ausführungen in geänderter Form abgebildet, gemäß dem Beschluss der Bundesregierung vom 14. August 1957. Aus dieser Bundesanzeiger-Ausgabe von 1958 stammt die Abbildung in der eingangs erwähnten Publikation. Der Autor hätte sich in diesem Fall leicht im Internet informieren können. Im SDA-Forum (http://h1797427.stratoserver.net/public_html/wbb3/index.php?page=DownloadDBData&dataID=22) gibt es zum Download ein „Ordensjournal“, Ausg. 16, Januar 2008, das die Beilage im Faksimile enthält.
Das „Ordensjournal“ enthält eine kurze Einführung mit missverständlichen Angaben zum zeitlichen Ablauf. Es ist unglücklich zu betonen, als das Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen veröffentlicht wurde, [am 5. August 1957] waren die Muster der wieder zugelassenen Orden und Ehrenzeichen in ihrer neuen Form noch nicht bestimmt. Denn bereits neun Tage später erging ein entsprechender Beschluss! Und so konnte die Firma Steinhauer & Lück ihre Kunden Ende August informieren: Wir haben die Entwicklungsmuster für die Bundesregierung gefertigt und sind im Besitz aller Werkzeuge für die heute angebotenen Orden. Beigefügt war eine „Preisliste August 1957“ über alle Dekorationen der neuen Form.

 

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