Klaus D. Patzwall: Kriegervereinsauszeichnungen im Focus

(Der vollständige Beitrag mit Abbildungen befindet sich in Heft 6/2012).

Soeben ist ein Katalog über „Abzeichen und Auszeichnungen deutscher Kriegervereine 1800-1943“[1] von Jörg Nimmergut erschienen. Einen Vorabdruck daraus brachte die Zeitschrift „Orden und Ehrenzeichen“ (OuE), der als Quelle für nachfolgende Anmerkungen dient.[2)
Der Katalog im Festeinband entspricht dem heute üblichen Standard. Mit jeweils nur zwei Abz./EZ pro Seite übereinander und in der Regel VS und RS nebeneinander, dazu Angaben der Maße, Hersteller, des Materials und fallweise einigen zusätzlichen Angaben, liegt ein übersichtliches und somit benutzerfreundliches Verzeichnis vor.
Die Fehlerquote ist nicht akzeptabel. Einige Beispiele: Den Hersteller-Zahlencode – erhaben geprägt – bei z. B. Nr. 391 und 392 als Matrikelnummer zu bezeichnen, ist so unsinnig, wie die angebliche Schaffung vom „Löwenorden“ (Nr. 790) im Jahre 1911.[3] Was soll man von der Aussage halten, die Nrn. 1225-1236 der Gruppe für käufliche Auszeichnungen waren nicht käuflich? (sic!) Die Verwendung eines Bildes für zwei verschiedene Abzeichen (Nr. 418, 419) hat bei diesem Autor Tradition.
Das Bundesehrenkreuz des Bayerischen Kriegerbundes (BKB) heißt bei Nimmergut Bundesvereinskreuz (Nr. 57) und soll 1926 gestiftet worden sein. Im OMM 1984, Nr. 16, war bereits das tatsächliche Stiftungsjahr 1921 zu finden. Sein Bundesehrenkreuz 1. Klasse für besondere Verdienste bezeichnete der BKB als Ehrenzeichen für 25-jährige Vorstandstätigkeit, in der silbernen Ausführung fehlt es im Katalog. Unter Nr. 92 hat sind 3 verschiedene Abzeichen zu Einem (!!) vereinigt und bewertet. Das ist faleristischer Unfug auf höchstem Niveau. Weitere Ungereimtheiten ergeben sich beim BKB im Abgleich mit dem 4-teiligen MILITARIA-Beitrag von Peter Schuster: Die Abzeichen des Bayerischen Kriegerbundes.

Im Vorabdruck in OuE, der sich aus „Anstatt eines Vorwortes“ und einem „kurzen Abriss der Geschichte des deutschen Kriegervereinswesens 1835 bis 1943“[4] zusammensetzt, werden  „Kriegervereinsauszeichnungen“ als ein Desiderat der Faleristik bezeichnet, was auf Grund nicht weniger einschlägiger Monographien und Zeitschriftenaufsätze in Abrede gestellt wird. Unerfindlich ist, warum nicht alle Nachkriegsveröffentlichungen ausgewertet wurden.[5] Von den Primärquellen ganz zu schweigen.[6]

Unverständlich ist, dass der Autor des ersten Kataloges für einen Teilbereich der deutschen Ordenskunde nicht fähig war eine überzeugende Nomenklatur zu erstellen. Mit den im Katalog enthaltenen Abzeichen und Auszeichnungen bietet er dem Sammler ein insgesamt unlogisches Sammelsurium, aber keine Begründung für seine Einteilung und Aufnahmekriterien. Organisationen wie z. B. der Reichstreubund, oder der „Stahlhelm“, waren nicht im Sinne von Kriegervereinen aktiv, sondern Bündnisse zur Durchsetzung von beruflichen oder politischen Zielen. Republiktreue Veteranenverbände wie der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten bleiben grundsätzlich unberücksichtigt.Damit wird die Zusammenstellung weder dem Katalog-Titel noch dem „Abriss“ gerecht.
Es fehlen grundsätzliche Informationen zur Entwicklung des Abzeichenwesens wie z. B., dass ab 1892 die Kriegervereine die Gestaltung ihrer Abzeichnen genehmigen lassen mussten und der Deutsche Kriegerbund 1893 ein einheitliches Abzeichen verkaufte, von dem in den ersten 5 Jahren bereits über 350.000 abgegeben wurden. Der Sammler erfährt nichts darüber, dass zwei Firmen den Markt bis zum 1. Weltkrieg mit genormten Abzeichen weitgehend bestimmten.

Dazu macht er sich die Unsitte zu Eigen, die Kriegervereins-Auszeichnungen mit den Privatrechtlichen Stiftungen für käufliche Auszeichnungen und Patriotischen Kreuzen in einen Topf zu werfen, ohne sie deutlicher von ersteren abzugrenzen. Logisch und konsequent wäre es sie nach dem Anbieter, i. d. R. Firmen, zu ordnen. Deren Geschäftemacherei ging ja soweit, dass sogar Gefechtsspangen für staatliche Auszeichnungen, wie z. B. dem Eisernen Kreuz, offeriert wurden.[7] Die Gruppe Patriotisches Kreuz: Für Kaiser und Reich,[8] belegt fehlende Recherche. Produzent war die bekannte Regimentsabzeichen-Fabrik Ed. Scherm, Nürnberg, alleinige Fabrik der allgemeinen deutschen Regimentsabzeichen für alle ehem. Angehörigen des Heeres und der Marine, welches auf der Brust getragen wird. Angeboten wurden die preisgünstigen Abzeichen für sämtliche Regimenter / Bataillone (!), unter Berufung auf ein Kabinettschreiben von S. M. dem Kaiser.
Die Abzeichen der politischen Organisationen und der käuflichen Dekorationen, die kein Bestandteil der Kriegervereine waren, machen zusammen immerhin 17 % des Kataloges aus.

Aus dem letzteren Genre stellt er das erstaunliche Resultat eigener Nachforschungen vor.[9] Es betrifft eine Dekoration, bei der es sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um das Ehrenzeichen des Deutschen Kriegerbundes 1914-1918 e.V. handelt. Dieser Mitte der 20-er Jahre gegründete Bund war quasi die Dachorganisation verschiedener Vereine, an deren Spitze ein Max Schiffel stand, auf den noch näher einzugehen ist. In allen Fällen handelte es sich nicht um Vereinigungen mit einer ideellen Zielsetzung. Sie dienten allein dem Zweck, gegen Spenden/Bearbeitungsgebühren Auszeichnungen zu „verleihen“ um Profit zu erzielen.

Der Katalog-Autor behauptet, das Ehrenzeichen ist erstmals auf der Sammlerbörse isa 1991 in Berlin öffentlich bekanntgemacht worden.[10] Doch Recherchen führten schnell zu der Erkenntnis, bereits im 2. Quartal 1980 sind Fotos dieses Ehrenzeichens publiziert worden.[11] Kurz darauf meldete sich der bekannte Ordenskundler Dr. Klietmann zu Wort und identifiziert die Dekoration als Bundes-Ehrenzeichen I. Klasse vom in Leipzig ansässigen Deutschen Kriegerbund 1914/18.[12] In der Verfügung über das Tragen von Orden, Ehrenzeichen und Abzeichen zum SA-Dienstanzug von Januar 1934, unterzeichnet von Stabschef Röhm, ist das Ehrenzeichen des Deutschen Kriegerbundes 1914/18 e.V.  aufgeführt. Es kann also nicht so selten sein, wie der im OuE-Artikel erweckte Anschein mit angeblich nur vier bekannten Dekorationen erweckt.[13] Das Ehrenzeichen in Form eines Malteserkreuzes bezeichnet der „Altmeister der Deutschen Phaleristik“[14] in OuE als Stern.[15] Doch exakte Festlegungen sind J. Nimmergut anscheinend ein Greul, folglich wird statt Bundesehrenzeichen die Dekoration auch als Ehrenkreuz bezeichnet (Katalog-Nr. 1188-1190). (sic!!) In diesem Fall ist nach Festlegung durch den „Altmeister“ die Realie kein Stern, sondern ein Spitzkreuz (sic!!).
Im neuen „Hüsken-Katalog“ wird[16] die Auszeichnung als Verdienstkreuz der Deutschen Reichsfechtschule gelistet, was bezweifelt wird.

Angeblich hat Generaloberst a. D. Alexander von Linsingen (10.2.1850 – 5.6.1935) die Stiftung veranlasst (?).[17] Der Generaloberst sei Protektor des Deutschen Kriegerbundes 1914/18 e.V. gewesen. Doch dem Aufnahme-Antragsvordruck des Bundes (undatiert) ist zu entnehmen,[18] der Generaloberst und zwei  weitere Generäle waren Ehrenmitglieder. Ein Protektor wird nicht erwähnt. Auch schließen Schirmherr und Ehrenmitglied einander aus.

Ein wichtiges Indiz in der Zuordnung des Ehrenzeichens zum Deutschen Kriegerbund 1914/18[19] und seiner Klasseneinteilung, sagt Jörg Nimmergut, ist ein Foto von Max Schiffel, genauer Max Schiffel Ritter von Frauenstein, Inhaber hoher und höchster Ämter.[20] Eine Schriftprobe (Unterschrift) auf einer Urkunde des Bundes Sächsischer Frontsoldaten im Deutschen Kriegerbund 1914/18 e.V. beweist seine Identität. Dieses Bild und seine „Unterschrift“ beweist noch viel mehr. Das Foto ist im Original auf ein Blatt geklebt, dessen unterer Teil in OuE nicht abgebildet ist. Da lesen wir u. a. einen handschriftlichen Text: Königl. Sächs. Geheim-Rat, Kammerherr und Major a.D., Präsident des ehem. Deutschen Krieger-Bundes 1914/18 e.V. Bundesführer des ehem Bundes Sächsischer Frontsoldaten – Ritter hoher Orden. Das Zitat ist Buchstabengenau.
Ein Vergleich der Unterschrift auf der abgebildeten Urkunde mit der Namenszeile unterhalb des Fotos beweist keinesfalls, dass letztere von ihm stammt, es sei denn, Schiffel hat auch in Druckbuchstaben signiert.[21]

Noch bemerkenswerter ist, weder in den Ranglisten der Kgl. Preußischen oder der Kgl. Sächsischen Armee findet sich ein Offizier namens Max Schiffel. Fast zwangsläufig war das Resultat  der Durchsicht sächsischer Staatshandbücher nach einem Geheimrat oder Kammerherr dieses Namens ebenfalls negativ. Woher der Autor Nimmergut sein Wissen von den höchsten Ämtern hat, die Schiffel innegehabt haben soll, und welche das gewesen sind, wäre interessant zu wissen. Vermutlich sind sie genauso real wie sein Adelsprädikat Ritter v. Frauenstein, das im Deutschen Reich nicht eruiert werden konnte. Kein Zweifel, Max Schiffel war ein geschäftstüchtiger Hochstapler. Und noch 80 Jahre später werden seine Phantasien vomOrdenspapst[22]  verbreitet.
Schon die nicht identifizierbare Uniform und die merkwürdig gestaltete große Ordensschnalle[23] machen stutzig und verlangen geradezu eine Überprüfung seiner Angaben. Doch der unsensible Autor wollte offensichtlich unbedingt den Nachweis führen, demgemäß es das Bundes-Ehrenzeichen in 2 Klassen gibt, wie er spekuliert, die sich durch die silberne bzw. goldene Farbe unterscheiden. Denn es ist naheliegend, dass der Präsident[24] des Deutschen Kriegerbundes 1914/18 e.V. die höchste Auszeichnung seines Vereins getragen hat. Es könnte der Stern allein die 1. Klasse sein.[25] Als Indiz für die Klasseneinteilung genügt ihm die Kenntnis von der Existenz der Ehrenzeichen-Dekoration in zwei Ausführungen, versilbert und vergoldet. Tatsächlich sind bisher folgende Ausführungen nachweisbar:
vergoldet, mit Schwertern und grünem Kranz (schwarzer Schriftring),
vergoldet, mit Schwertern und grünem Kranz (weißer Schriftring),
vergoldet, mit Schwertern und ohne grünen Kranz (weißer Schriftring),
versilbert, mit Schwertern und grünem Kranz (Schwarzer Schriftring),
versilbert, ohne Schwerter, ohne grünen Kranz und ohne Krone (schwarzer Schriftring).
Mangels beweisbarer Fakten, insbesondere einer nachweislich vollständigen Liste, wird auf Klassenbezeichnungen oder die sonstige Einordnung in ein System verzichtet. Das bleibt einschlägigen Spekulanten überlassen.

Bei den dem Deutschen Kriegerbund 1914-1918 e.V. zugeordneten Bandspangen Nr. 1192-1198 handelt es sich um Handelsware der Firma Paul Küst.[26]

Der geschichtliche Abriss wird mit der Erklärung beendet, Hitler eliminierte am 22. April 1943 den NS-Reichskriegerbund mit der lapidaren Begründung, der Bund habe seine Aufgabe erfüllt.[27] Das Datum ist falsch. Hitler unterzeichnete eine entsprechende Verfügung am 3. März 1943.[28]  Dieses Datum bedeutete eine kriegsbedingte Einschränkung der Verbandstätigkeit, aber nicht das grundsätzliche Ende der Organisation.[29] Aufgelöst werden sollten die Reichskriegerführung, Gau- und Kreiskriegerführungen.[30] Es sind jedoch Kreiskriegerführungen bekannt, die noch 1944 aktiv waren. Die Traditionsvereine (Regimentsvereine u. dgl.) und die ca. 42.000 örtlichen Kriegerkameradschaften führten ihre Arbeit wie bisher fort, allerdings unter Kontrolle der NSDAP. Das Bundesorgan „Reichskrieger-Zeitung“ erschien weiterhin, nunmehr mit dem Untertitel „Organ der Kriegerkameradschaften“.

Nach der Machtübernahme setzte die NSDAP in allen Bereichen ihren Totalitätsanspruch mehr oder minder schnell durch. Hierzu gehörte die temporäre Einbindung des Kyffhäuserbundes in die SA-Reserve II. Nimmergut schreibt: Seit 1934 gehörte der Reichskriegerbund zur SA-Reserve II (Abb. 19).[31] Nicht 1934, sondern am 6. November 1933 erging ein entsprechender Befehl der Obersten SA-Führung.[32] Doch diese Anbindung war weitgehend bedeutungslos und hat organisatorisch nie stattgefunden. In den Ausführungsbestimmungen zum Befehl vom 6.11.1933 war festgelegt, in der SA-Reserve II werden nur diejenigen Mitglieder … erfaßt, die sich zum Dienst in der SA-Reserve II melden. Die Zugehörigkeit war also stets eine freiwillige und individuelle Entscheidung. Infolge einer neuen SA-Organisationsstruktur wurde durch Verordnung der Obersten SA-Führung vom 20. Dezember 1935[33] festgelegt, alle Kräfte, die vom Kyffhäuserbund in die SAR II überführt wurden, scheiden freiwillig und ehrenvoll aus der SA aus, soweit sie nicht freiwillig in der SA-Reserve verbleiben wollen. Bundesmitglieder, die nicht Mitglied der SAR II waren, haben niemals in einer Verbindung zur SA oder NSDAP gestanden.
Doch die tatsächliche organisatorische Verflechtung mit der SS wird nicht thematisiert. Als Folge davon bleibt das SS-Schießabzeichen mit seinen 4 Stufen unerwähnt, obwohl ab 1938 die entsprechenden Pflichtübungen von allen NSRKB-Mitgliedern absolviert werden mussten und ihre Verleihung im Reichskriegerbund-Schießbuch dokumentiert wurde.[40]

Bezeichnend für die Arbeitsweise des Verfassers ist z. B. die Betextung der Abb. 19: Seit 1934 gehörten die Mitglieder des Reichskriegerbundes zur SA Reserve II. … Foto eines SA-Mannes mit seinen Kriegervereinsauszeichnungen: Deutsches Feld-Ehrenzeichen, Kyffhäuser-Medaille, die Medaille der Deutschen Ehrenlegion mit dem Kampfabzeichen und das Tagungsabzeichen vom NSDAP-Reichsparteitag Nürnberg 1933.[34] Die Verbindung von letzterem zu Kriegervereinen wird sicherlich niemand erklären können, und mindestens 2 weitere Auszeichnungen sind Bestandteil der Gruppe käuflicher Dekorationen und stehen in keinem Bezug zu einem Kriegerverein. Der angebliche „SA-Mann“ ist auf den ersten Blick durch signifikante Merkmale wie Kopfbedeckung, Kragenspiegel und Ärmelabzeichen zweifelsfrei als Stellenleiter der NSDAP-Ortsgruppenleitung zu identifizieren.[35] Von jemand, der hervorhebt sich seit Jahrzenten mit der Thematik zu befassen,[36] kann man fordern, dass ihm bekannt ist, die Mitglieder der SAR II sind an ihrer Hakenkreuzarmbinde mit den 1 cm breiten silbergrauen bzw. weißen Kanten zu erkennen.[37]

Als Resümee dieser Betrachtung passt uneingeschränkt die 10 Jahre alte Feststellung eines Rezenten: Die Arbeit Nimmerguts enthält bedauerlicherweise vermeidbare Fehler in einem Ausmaß, das nur durch die methodisch-didaktischen Defizite des Autors erklärbar ist. Insgesamt ist festzuhalten, daß es leider nicht möglich ist, irgendwelche Sachangaben Nimmerguts unverifiziert zu übernehmen.[38]


[1] Der Katalog-Titel mit seiner Jahreszahl 1943 stellt die historischen Gegebenheiten auf den Kopf. Weder existierten 1944/45 keine Kriegervereine, noch hat man die Ausgabe von Abzeichen durch den NSRKB eingestellt, oder ihr öffentlichesZeigen verboten.
[2] Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, S. 265-275. Der Katalog stand erst nach Auswertung des OuE-Artikels zur Verfügung
[3] Jörg Nimmergut: Abzeichen und Auszeichnungen deutscher Kriegervereine 1800 – 1943, Battenberg-Verlag, Regenstauf 2012, S. 342
[4] a.a.O., S. 5-7 und S. 11-31
[5] vgl. stellvertretend  Ludwig Arndt: Militär- und Kriegervereine im Land Anhalt, Hein & Sohn 2006; Lothar Tewes: Ein Ordenskreuz der „Deutschen Reichsfechtschule“. In: Orden und Ehrenzeichen, Nr. 21, 4 (2002), S. 39-40; Heering – Hüsken: Katalog der Abzeichen deutscher Organisationen 1871-1945 (mehrere Auflagen); Klaus D. Patzwall: Zivilabzeichen im 3. Reich, Hamburg 1972
[6] Erneut zeigt sich die diesem Autor eigene Abneigung gegen Archivarbeit (vgl. MILITARIA ‚ 2005, Heft 1). Für keinen Bereich der Ordenskunde ist die Quellenlage so zufriedenstellend. Es gibt kaum ein Stadt-, Kreis- oder Staatsarchiv, das nicht über einschlägige Bestände verfügt.
[7] Vgl. MILITARIA 23 (2000), S. 40. Im Katalog sucht man sie vergeblich. (Siehe Anm. 26)
[8] Jörg Nimmergut: Abzeichen und Auszeichnungen deutscher Kriegervereine 1800 – 1943, S. 565 f. Die Firma Ed. Scherm wird im Katalog nicht genannt, obwohl etliche ihrer Produkte abgebildet sind.
[9] Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, S. 265
[10] a.a.O., S. 265
[11] Orden & Militaria Journal, 5 (1980), Nr. 35, S. 116.
[12] Orden & Militaria Journal, 6 (1981), Nr. 38, S. 207, Leserbrief. Man sieht, wer die Fachpresse liest ist eindeutig im Vorteil. Konsequenterweise hat der Katalog-Autor in seiner Publikation:  Bibliographie zur deutschen Phaleristik, Regenstauf 2010, diese Veröffentlichung nicht berücksichtigt.
[13] Verordnungsblatt der Obersten SA-Führung, Nr. 17, 1.2.1934, S. 2. So auch in der Anordnung des Führer-Stellvertreters vom 26. Februar 1934. In beiden Texten lautet die Schreibweise „Ehrenzeichen“ statt „Bundesehrenzeichen“ wie bei Dr. K. G. Klietmann, bzw. J. Nimmergut.
[14] So Uwe Lautenschläger im IMM Nr. 157, September/Oktober 2012, S. 3. Man lobt sich gegenseitig und so befördert Jörg Nimmergut Lautenschläger zum „Chefredakteur IMM“, in Bibliographie zur deutschen Phaleristik.
[15] Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, auf S. 265, wird das Steckkreuz 8 Mal als Stern bezeichnet.
[16] Hüsken, André: Katalog der Auszeichnungen des Deutschen Reiches 1871-1945, 3. erw. Aufl., Hamburg 2012, S. 70
[17] Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, S. 265. Es fehlt der Zusatz „außer Dienst“, denn v. Linsingen schied im November 1918 aus dem aktiven Dienst. Sein Vorname war Alexander Adolf August Karl, nicht Max. (sic!)
[18] Mit dem Antrag auf Mitgliedschaft war automatisch das Gesuch um „Verleihung“ eines Erinnerungskreuzes verbunden. Es war – natürlich gegen Kostenersatz – auch möglich sich weitere Ehrenzeichen „verleihen“ zu lassen.
[19] Dieser Bund darf nicht mit dem 1872 gegründeten „Deutschen Kriegerbund“ verwechselt werden.
[20] Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, S. 265. Er bezeichnet Schiffel als Beschaffer käuflicher Weltkriegsorden. Bei den in OuE. abgehandelten Auszeichnungen handelt es sich nicht um Orden des Weltkrieges, sondern um solche aus den Nachkriegsjahren. Weltkriegsorden waren selbstverständlich nicht käuflich, im Gegensatz z. B. zum bekannten Deutschen Feldehrenzeichen, aber der Berechtigte konnte sie im Fachhandel erwerben.
[21] a.a.O., S. 266
[22] Vgl. IMM Nr. 157, September/Oktober 2012, S. 3. So von Uwe Lautenschläger hofiert.
[23] In Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, S. 271, wird der Ausdruck „Ordensspange“ statt „große Ordensschnalle“ benutzt, den man im Deutschen Reich nicht verwendet hat und den z. B. auch die Bundeswehr nicht kennt. Bei Fachautoren muss man die korrekte Verwendung von Fachbegriffen voraussetzen. Die Betextung der Abb. 14 vermittelt einen grundsätzlich falschen Eindruck. An der Ordensschnalle von Uniformträgern durften auch in der Weimarer Republik keine nicht-staatlichen EZ getragen werden. Hierzu hat der Reichsminister des Innern 1922 auf eine Eingabe des Preußischen Landeskriegerbundes geantwortet: Das Tragen von Denkmünzen oder Medaillen, welche von Privatvereinen oder Organisationen verliehen werden, widerspricht den staatlichen Grundsätzen und Interessen. Daher habe ich das Tragen [… .] verboten, werde auch weiteren Anträgen gleicher Art entgegentreten. Hierunter fielen auch alle Freikorps-Auszeichnungen.
[24] Schiffel bezeichnete sich nicht Präsident, sondern als Bundesführer.
[25] Gemäß dieser Schlussfolgerung müsste die silberne Ausführung ebenfalls die 1. Klasse sein.
[26] Vgl. MILITARIA 23 (2000), Heft 3, S. 41-42. Gedacht waren die Spangen für das 1934 gestiftete Ehrenkreuz des Weltkrieges.
[27] a.a.O., S. 275. Die Begründung, der Bund habe seine Aufgabe erfüllt, kommt in der entsprechenden Verfügung Hitlers weder im Wortlaut noch dem Sinne nach vor. In der Verfügung wird mit der kriegsnotwendigen Organisationsvereinfachung argumentiert, die auf andere Verbände ebenfalls angewendet wurde.
[28] Der Reichsminister und Chef der Reichskanzlei, Dr. Lammers, informierte mit Rundschreiben vom 25. März 1943 die Obersten Reichsbehörden, betreffend die Auflösung der überörtlichen Organisation des Reichskriegerbundes. Eine Veröffentlichung der Verfügung Hitlers war nicht beabsichtigt. Doch sie erfolgte im Reichsverfügungsblatt der NSDAP noch im April 1943.
[29] Einzelheiten der künftigen Aktivitäten, Zuständigkeiten und Vermögensverhältnisse sind durch 4 Anordnungen der Parteikanzlei geregelt worden. Das Vermögen und des Kyffhäuserdenkmal wurden in eine gleichnamige Stiftung überführt, deren Leitung der bisherige Reichskriegerführer übernahm.
[30] Vgl. J. Nimmergut, in IMM Nr. 157, September/Oktober 2012, S. 25, mit der falschen Behauptung, wonach 1943 die Kriegervereine aufgelöst wurden. (Sic!)
[31] Vgl. J. Nimmergut, in Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, S. 274. Zur Abb. 19 siehe Anmerkung 35.
[32] Hans Volz: Daten der Geschichte der NSDAP, 3 1935, Ploetz-Verlag Berlin/Leipzig.
[33] Verordnungsblatt der Obersten SA-Führung, 1935, S. 184.
[34] Jörg Nimmergut, in Orden und Ehrenzeichen, 14 (2012), Nr. 81, S. 275.
[35] Brian Leigh Davis: Badges & Insignia oft he Third Reich 1933-1945, Großbritannien 1983, Plate 37.
[36] vgl. IMM Nr. 157, September/Oktober 2012, S. 25: … Material habe ich mit Unterbrechungen seit 1970 gesammelt.
[37] Verordnungsblatt der Obersten SA-Führung, 1934, F. 18, Ziff. 29
[38] Arnhard Graf Klenau: Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945, in: Herold-Jahrbuch, 7 (2002), S. 245
[40] Carlo Schlau: Die Schießabzeichen der Allgemeinen SS. In: MILITARIA 27 (2004), Heft 2, S. 70

 

Besucherzähler Homepage

Dieser Beitrag wurde unter Auszeichnungen allgemein, Auszeichnungen bis 1918 abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

1 Antwort zu Klaus D. Patzwall: Kriegervereinsauszeichnungen im Focus

  1. Es ist schon erschreckend, wie viele vermeidbare Fehler hier aufgelistet werden. Mir liegt das neue Werk von Jörg Nimmergut nicht vor und so kann ich nur diese eine Seite und Meinung sehen. Aufgrund dieser Meinung würde ich persönlich aber von einem Kauf des Werkes und Aufnahme in eine Ordensbibliothek absehen.

Schreibe einen Kommentar