Die Dienstauszeichnung der NSDAP und ihre Hersteller-Markierungen

Jüngst fand sich in der Katalogbeschreibung eines renommierten Auktionshauses zu einer NS-DAZ-Dekoration die Zuschreibung, seltene Leichtmetall-Fertigung der Berliner Firma Paul Maybauer mit der PKZ-Nummer „7“. Diese Zulassungsnummer stammt aus einer kursierenden Liste, die alle Firmen umfassen soll, die von der Präsidialkanzlei (= Ordenskanzlei) Aufträge zur Lieferung staatlicher Orden und Ehrenzeichen erhielten, soweit diese Behörde dafür sachlich zuständig war. Es gibt also tatsächlich noch Faleristiker, die nicht wissen, dass die Präsidialkanzlei zu keinem Zeitpunkt in der Zeit des NS-Regimes mit Auszeichnungen der NSDAP befasst war.

Die NS-Partei verfügte über eine eigene große Dienststelle zur Beschaffung von Uniformen, Fahnen und Ehrenzeichen, die Reichszeugmeisterei (RZM). Als Ausdruck ihrer Kontrolle, aber auch aus Profitgründen, unterhielt sie ein ausgeklügeltes Zulassungs- und Kennzeichnungssystem. Lückenlos erhielten alle Produkte, durch Prägung oder z. B. Aufkleber, das RZM-Logo und eine Kennziffer, nur durch die zur Verfügung stehende Fläche eingeschränkt. Aus der Kennziffer/Erlaubnis ging z. B. die Sachgruppe hervor, Koppelschlösser fielen z. B. unter M4.

Mit der 1939 erfolgten Stiftung einer NS-DAZ wurden speziell für dieses Ehrenzeichen von der RZM die Gruppen M 11 (Originale), M 12 (Miniaturen) und A 13 (Bänder) geschaffen. Wenn nun eine Dekoration mit der laufenden Nr. „7“ (M 11/..) gepunzt ist, so handelt es sich nicht um die Berliner Firma Paul Maybauer, sondern um Foerster & Barth aus Pforzheim. Die Fa. Maybauer erhielt die Erlaubnis M 11/6. Die Nummernzuteilung in den Listen war nicht deckungsgleich. Auch gab es Einschränkungen (fertigt nur Stufe Bronze).

Die falschen Zuschreibungen lassen sich sicherlich auf Jörg Nimmergut zurück führen. Er geht in seinem Werk „Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945, München 2001, bzw. 2004“ zweimal auf in den Bandring eingeschlagene Herstellernummern ein. In Band IV, S. 2066, wird 19 = E. Ferdinand Wiedmann, Frankfurt / M. (richtig: Wilhelm Deumer, Lüdenscheid), und in Bd. V, S. 222 die Herstellernummer 2 = J.E. Juncker, Berlin, (richtig: B. H. Mayers Kunstprägeanstalt, Pforzheim) vertieft geprägt, aufgeführt. Sie entsprechen den sog. PKZ-Kennziffern. Von vor 2001 konnten keine Publikationen zu dieser Herstellerfrage gefunden werden. Jörg Nimmergut seine Erläuterungen sind irreführend (siehe eingangs) und damit unbrauchbar.

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