Das Spanienkreuz – sein Status als Erinnerungszeichen

Das internationale Auktionshaus Hermann Historica versteigerte in seiner 68. Auktion im Mai 2014 (Nr. 6259, Ausruf € 5.000, Zuschlag 5.800) das hier abgebildete zeitgenössische sehr seltene Ehrenkreuz. Breite 41 mm, Gewicht mit konfektioniertem Band 14,3 g.

Die aktuelle Ausgabe von  „Orden und Ehrenzeichen“ enthält einen Beitrag über „Kriegsdenkmünzen“.[1]  Der Autor K. P. C. Spath verwendet diese Bezeichnung synonym für alle militärischen Erinnerungszeichen. Das Spanienkreuz stuft er als Tapferkeits- und Verdienstauszeichnung ein, die nicht in diese Rubrik gehört. Er ignoriert die Tatsache, dass jeder Angehörige der Legion Condor (LC) ein Spanienkreuz erhielt. Hierzu sagte beispielsweise   Generalfeldmarschall Hermann Göring am 31. Mai 1939: … der Dank des Vaterlandes … [findet] äußerlich Ausdruck:  … Alle Teilnehmer erhalten das Bronzene Kreuz mit Schwertern … Und das Ehrenkreuz für die Hinterbliebenen deutscher Spanienkämpfer als Tapferkeits- oder Verdienstauszeichnung zu titulieren, muss als sehr fragwürdig bezeichnet werden. Das Signifikante einer „Kriegsdenkmünze“ ist doch der Umstand, dass alle Teilnehmer eines Krieges, Feldzuges oder großen Schlacht das gleiche Erinnerungszeichen erhalten. Beim Spanienkreuz zählten hierzu nicht nur die Soldaten, die in Spanien gekämpft haben, sondern auch Angehörige der Wehrmacht, die im Reich Aufgaben für die LC erfüllten. Nicht zu vergessen Zivilisten, wie z. B. Mitarbeiter der Lufthansa.

Auch der von Spath konstruierte Zusammenhang zwischen Spanienkreuz und dem Völkerrecht ist abwegig. Das Deutsche Reich hat in diesen Konflikt eingegriffen, wenn es dies auch völkerrechtswidrig mehrfach nicht nur durch die Legion Condor getan hatte.[2] Der Aufsatz ignoriert z. B. völlig das „Non-Invention Commitee (NIC)“, das in London tagte und dessen Vertrag von fast allen europäischen Staaten – nicht von der Sowjetunion – unterschrieben wurde. Im NIC-Auftrag waren auch Schiffe der Kriegsmarine in spanischen Gewässern im Einsatz und deren Besatzungen bzw. Hinterbliebenen erhielten Spanienkreuze zur Erinnerung an den Krieg 1936/39, obwohl sie nie Bestandteil der LC waren.[3] Vielleicht würde bei dieser ordenskundlichen Fragestellung dem Autor eine Auskunft der Rechtsfakultät der Universität Mainz helfen.
Weiterführende Informationen bringt MILITARIA 2/2004, S. 76 ff und 3/2014, S. 117.

 


[1] K. P. Christian Spath: Kriegsdenkmünzen in Vergangenheit und Gegenwart, in: Orden und Ehrenzeichen, Jahrbuch 2014, S. 44

.[2]a. a. O., S. 44. Was mag sich hinter dem mehrfach nicht nur durch die Legion Condor verbergen? Gibt es dafür Belege?

[3] Vgl. Klaus D. Patzwall: Der Luftangriff auf Panzerschiff „Deutschland“ im Mai 1937 und die Auszeichnung der hierbei Verwundeten, in: MILITARIA 3/2010, S. 105 ff.

 

 

 

 

 

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