"BM" bedeutet Buntmetall – oder wie unseriöse Fachliteratur Fälschungen fördert

1933 stiftete der Jugendführer des Deutschen Reiches (DJdDtR.) ein „Goldenes Ehrenzeichen der Hitlerjugend“, dass in den meisten Veröffentlichungen immer noch fälschlich als HJ-Ehrenzeichen mit Eichenlaubrand bezeichnet wird. Und immer wieder wird in einschlägigen Internetforen eine Fälschung aus den 1970-er Jahren gesund gebetet. Wegen seines Herstellerzeichens ist es problemlos zu erkennen: „BM 1/122“ und dem RZM-Logo. Aus allen Herstellungsvorschriften und Mitteilungsblättern der Reichszeugmeisterei wissen wir, eine Ordnungsgruppe BM 1 hat nie existiert. Was auch die vorhandenen Akten des Reichszeugmeisters bestätigen. Folglich ist diese Kennziffer pure Phantasie. Doch nach Meinung uninformierter Schreiber wäre eine andere Bedeutung als Buntmetall unlogisch. Andererseits haben sie keine Erklärung parat, warum es keine HJ-EZ mit "BM" gibt, obwohl sie alle aus Buntmetall sind. Verdrängt wird auch, dass die Verleihungsdienststelle DJdDtR. eine staatliche Behörde war und somit nicht in den Zuständigkeitsbereich der RZM fiel. Folglich haben alle bekannten zeitgenössischen Dekorationen dieses mit Eichenlaub umrandeten Ehrenzeichens nie ein RZM-Zeichen und sind stets aus Gold, nicht aus Buntmetall.

Das Problem ist, die Fehlinformierten können sich auf eine vermeintlich seriöse Quelle berufen: Jörg Nimmergut, Deutsche Auszeichnungen, Band IV, S. 2066, München 2001.

Ausführlich hierzu MILITARIA 4/1998, 4/2004

Dieser Beitrag wurde unter Auszeichnungen 1919/45, Auszeichnungen NSDAP abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar