Klaus D. Patzwall: Neue Tatsachen zu den Kriegsabzeichen der Kriegsmarine mit  Brillanten

dieser Beitrag ist im Jg. 2011, Heft 1, Januar-Februar, S. 16,

hier vollständig veröffentlicht

 

MILITARIA erscheint zweimonatlich. Das Abo ist erhältlich im Inland für € 34,00 und im Ausland für € 40,00. Jeweils inclusive MWSt. und Versand.

Ihr Vorteil: als Abonnent erhalten Sie auf alle Buchtitel aus dem Fachverlag für Militaria & Phaleristik K. D. Patzwall 10 % Preisnachlaß.

 

Das Heft ist lieferbar. Kaufe:

MILITARIA abonnieren. Bestelle:

 


Vor wenigen Wochen erschien ein Buch1 über „die Kriegsabzeichen der Kriegsmarine“. Im Kapitel über die Kriegsabzeichen mit Brillanten verblüffen die Autoren Weber/Skora mit, Zitat: völlig neuen Forschungsergebnissen2 zur Materialbeschaffenheit dieser Abzeichen.

 

U-Boot-Kriegsabzeichen

Apodiktisch verkündet das Autoren-Duo ihr Forschungsresultat, wonach als Abzeichen-Grundlage Buntmetallabzeichen des Herstellers Schwerin verwendet wurden. Neu ist auch, dass es nachweislich zwei verschiedene Ausführungen gibt. Diese unterscheiden sich lediglich in der Größe der jeweils separat aufgebrachten Hakenkreuze mit Brillanten.3 Um keine Zweifel aufkommen zu lassen, sind beide Ausführungen abgebildet und nochmals ausdrücklich beschrieben als ein „einfaches“ Schwerin-Stück aus Buntmetall (Tombak).4

 

Kriegsabzeichen für Hilfskreuzer

Ein solches Abzeichen mit Brillanten wird abgebildet, ohne eindeutige Aussage, ob zeitgenössisch oder nicht. Bedenklich erscheint den Verfassern die eingeschlagene Punze „900“, was ihrer Meinung nach auf eine Silberfertigung hindeutet,5 und somit anscheinend gegen eine zeitgenössische Fertigung spricht.

Schnellboot-Kriegsabzeichen

Zu den Schnellboot-Kriegsabzeichen mit Brillanten lassen Weber/Skora keinen Zweifel aufkommen, es gab sie zeitgenössisch ausschließlich in der sog. 2. Form.6 Auch in diesem Fall besagen ihre Forschungsergebnisse, als „Grundabzeichen“ wurde ein normales Abzeichen aus Buntmetall des Herstellers Schwerin aus Berlin verwendet.7

 

Fazit

Die neuen Erkenntnisse stehen im Widerspruch zu den Angaben früherer Verfasser8 über das für diese Abzeichen verwendete Metall. Die durch S. Weber desavouierten Autoren, wie z. B. Dr. Klietmann, J. Nimmergut oder Chr. Ailsby, kannten nur zeitgenössische Originale aus dem Material Silber (teilvergoldet). Auch haben weltweit alle namhaften Ordenshändler und Auktionshäuser in der Vergangenheit Kriegsabzeichen mit Brillanten angeboten. Stets waren sie aus Silber, niemals aus Tombak. Die Sammler stellen sich nun die Frage, haben uns alle Sachverständigen, Fachautoren und der gesamte Handel ein halbes Jahrhundert getäuscht?

Die Antwort fällt nicht schwer …

 

1 Sascha Weber & Gerhard R. Skora: Die Kriegsabzeichen der Kriegsmarine, Verlag Weber, o. O. (2010)
2 a. a. O., Einbandtext auf der Rückseite
3 a. a. O., S. 855
4 a. a. O., S. 862
5 a. a. O., S. 866
6 a. a. O., S. 868
7 a. a. O., S. 868
8 Untersuchungen liegen u. a. vor von Dr. K. G. Klietmann: Deutsche Auszeichnungen, 1971 und Auszeichnungen des Deutsches Reiches, 1981; K. D. Patzwall: Die Auszeichnungen der Kriegsmarine, 1987; J. Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen, Bd. IV, 2001.

 

Dieser Beitrag wurde unter Auszeichnungen Kriegsmarine abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar